Lillie & Meya: Der Beitrag der politischen Bildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Autor*innen untersuchen den spezifischen Beitrag der politischen Bildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie analysieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Ansätze entlang didaktischer Prinzipien, Kompetenzmodelle und Inhalte. Es zeigt sich, dass BNE und politische Bildung zahlreiche Schnittmengen aufweisen, etwa in der Orientierung an System-, Problem- und Handlungsorientierung. Gleichwohl bestehen zentrale Differenzen: BNE betont häufig Verständigung und Kooperation, während politische Bildung stärker auf Konfliktorientierung, Kontroversität und institutionelle Verankerung ausgerichtet ist. Auch das Kompetenzkonzept der „Gestaltungskompetenz“ in der BNE unterscheidet sich von den politikdidaktischen Kompetenzmodellen, insbesondere im Hinblick auf Werturteile und die Rolle politischer Institutionen. Inhaltlich wird Nachhaltigkeit in der politischen Bildung bislang kaum systematisch aufgegriffen. Die Autor*innen plädieren daher für eine „politische Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die Probleme (nicht-)nachhaltiger Entwicklung in allen Dimensionen des Politischen behandelt, Interessengegensätze sichtbar macht und sowohl individuelle als auch kollektive Handlungsebenen einbezieht. Nur durch eine systematische Verzahnung können politische Bildung und BNE ihre jeweiligen Potenziale entfalten und Lernende befähigen, gesellschaftliche Transformationen kritisch und demokratisch mitzugestalten.

Der Fachbeitrag steht hier zum Download zur Verfügung.

Lillie, A.-L., & Meya, J. (2016). Der Beitrag der politischen Bildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. POLIS, 1(11–14), 11–14.